Die Diagnose eines dementiellen Syndroms, wie der beginnenden Alzheimer-Krankheit, ist für Betroffene und Angehörige ein schwerer Schlag. Im frühen Stadium sind die Defizite oft subtil, aber die Angst vor dem Kontrollverlust im Alltag ist groß. Gerade in dieser Phase ist eine gezielte Aktivierung und Unterstützung entscheidend, um die vorhandenen kognitiven Fähigkeiten so lange wie möglich zu erhalten und die Lebensqualität zu sichern.
Die Ergotherapie bietet hier einen handlungsorientierten Ansatz, der darauf abzielt, die verbliebenen Kompetenzen zu stabilisieren und die Umgebung so anzupassen, dass die Selbstständigkeit maximiert wird. Wir helfen Ihnen, die Herausforderung aktiv anzunehmen.
Kognitives Training und Orientierung
Das gezielte Training höherer kognitiver Funktionen verlangsamt das Fortschreiten der Symptome und stabilisiert die Alltagskompetenz.
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Hirnleistungstraining: Gezielte Übungen fördern Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit und Konzentration. Dies geschieht oft spielerisch und alltagsnah, um die Motivation hochzuhalten.
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Orientierungshilfe: Wir arbeiten an der zeitlichen, räumlichen und situativen Orientierung. Dies kann das Erstellen von visuellen Plänen, Wochenkalendern oder die Nutzung von Erinnerungshilfen umfassen.
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Problemlösung: Training der Fähigkeit, kleine Alltagshindernisse (z. B. eine neue Kaffeemaschine bedienen) zu erkennen und schrittweise zu lösen, um Frustration zu vermeiden.
Erhalt von Alltagsstrukturen und Handlungsfähigkeit
Der Verlust von Routine und die Schwierigkeit, alltägliche Aufgaben zu planen und durchzuführen, sind die ersten Anzeichen. Die Therapie konzentriert sich auf die praktischen Dinge des Lebens.
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Alltagsorientierte Therapie (AOT): Training von komplexen Handlungsabläufen, die für die Selbstständigkeit wichtig sind, wie Einkaufen planen, einfache Mahlzeiten zubereiten oder Rechnungen bezahlen.
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Aufbau von Routinen: Gemeinsames Erarbeiten und Einüben fester Tagesstrukturen. Strukturierte Abläufe geben Sicherheit und reduzieren die Notwendigkeit, sich ständig neu erinnern zu müssen.
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Nutzung von Kompetenzen: Wir identifizieren und stärken die Fähigkeiten, die noch gut funktionieren (z. B. Handarbeiten, Gartenarbeit), um das Selbstvertrauen zu fördern und Erfolgserlebnisse zu ermöglichen.
Emotionale Stabilität und Angehörigenberatung
Ängste und Unsicherheiten betreffen das gesamte Familiensystem. Ein stabiles Umfeld ist für den Behandlungserfolg entscheidend.
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Emotionsregulation: Unterstützung im Umgang mit Frustration, Verwirrung und Stimmungsschwankungen. Ziel ist die Stärkung der psychischen Stabilität.
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Sensorische Stimulation: Gezielte Angebote (z. B. leichte Bewegung, taktile Materialien) zur Verbesserung der Körperwahrnehmung und zur Beruhigung bei Unruhezuständen.
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Angehörigenberatung: Schulung der Bezugspersonen im Umgang mit kognitiven Defiziten und der Anpassung des Wohnraums. Wir vermitteln Strategien, um Überforderung zu vermeiden und eine positive Kommunikation zu führen.
Die Ergotherapie ist Ihr Partner, um im frühen Stadium der Demenz aktiv gegenzusteuern. Wir schaffen eine Balance zwischen Erhalt von Fähigkeiten und der Anpassung der Umwelt, um Ihnen und Ihren Angehörigen Sicherheit und Lebensqualität zu schenken.
Beitragsbild: depositphotos.com © photobac





