Geriatrie

Gemeinsam stark: Ergotherapie zur Förderung sozialer Teilhabe und Angehörigenberatung

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Inhalt

Das Alter ist eine Phase tiefgreifender Veränderungen – körperliche Einschränkungen, der Verlust von Routinen oder der Wegfall sozialer Kontakte können schnell zu sozialer Isolation führen. Dabei ist die aktive Teilhabe am Leben – der Austausch mit anderen, das Pflegen von Hobbys und die Kommunikation – ein elementarer Pfeiler der Lebensqualität und kognitiven Fitness.

Die Geriatrische Ergotherapie betrachtet nicht nur den Patienten, sondern sein gesamtes Umfeld. Unser Ziel ist es, die Brücke zur Gesellschaft wieder aufzubauen und gleichzeitig die Familie und pflegenden Angehörigen zu entlasten und zu stärken.

Soziale Interaktion und Teilhabe fördern

Wenn körperliche oder kognitive Defizite die Kommunikation erschweren, ziehen sich viele Menschen zurück. Wir arbeiten gezielt daran, das Kontaktverhalten zu reaktivieren:

  • Kommunikation und Aktivierung: Wir nutzen kreative Aktivitäten (z.B. gemeinsames Gestalten oder Handwerken) als Medium, um Kommunikation und Interaktion anzuregen. Erfolgserlebnisse in der Gruppe stärken das Selbstvertrauen.

  • Förderung von Hobbys: Die Wiederaufnahme oder Anpassung alter Freizeitaktivitäten ist zentral für die soziale Integration. Wir suchen nach Wegen, Hobbys trotz Einschränkungen fortzuführen, sei es durch Hilfsmittel oder angepasste Techniken.

  • Gruppenaktivitäten: Gezielte Gruppenangebote in der Ergotherapie ermöglichen das Training von sozialen Fertigkeiten und dienen dem Austausch von Erfahrungen, was dem Gefühl der Isolation entgegenwirkt.

Angehörigenberatung – Entlastung und Wissen

Die Betreuung eines älteren Menschen, oft über Jahre hinweg, ist psychisch und physisch eine große Herausforderung. Angehörigenberatung ist daher ein unverzichtbarer Bestandteil der geriatrischen Ergotherapie und dient der Entlastung des gesamten Familiensystems.

  • Strategien für den Alltag: Wir schulen Angehörige im Handling und bei Transfertechniken, um körperliche Überlastung zu vermeiden.

  • Umgang mit kognitiven Veränderungen: Der Umgang mit Verhaltensmodifikationen bei Demenz oder kognitiven Defiziten erfordert spezielles Wissen. Wir vermitteln Techniken, um Konflikte zu reduzieren, Missverständnisse zu vermeiden und eine positive Kommunikation zu führen.

  • Hilfsmittelberatung: Wir beraten die Familie zur optimalen Nutzung und Anpassung von Hilfsmitteln (z.B. Rollatoren, Badewannenlifter) und zur Wohnraumanpassung, um die Pflege zu erleichtern und dem Patienten mehr Selbstständigkeit zu ermöglichen.

Verhaltensmodifikation und psychische Stabilität

Hinter aggressivem Verhalten, Rückzug oder starker Angst stecken oft Überforderung oder eine unbewusste Reaktion auf Einschränkungen und Verluste.

  • Bewältigungsstrategien: Wir unterstützen den Patienten dabei, Veränderungen und Verluste (z.B. des Partners, der Mobilität) zu verarbeiten und neue, gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

  • Gemeinsame Routinen: Wir helfen Familien, strukturierte Tagesabläufe zu etablieren. Eine klare Struktur gibt Sicherheit, reduziert Stress und kann das Auftreten von Verwirrtheit oder Ängsten minimieren.

Die Ergotherapie ist Ihr Partner, um die sozialen Bindungen zu stärken und die pflegenden Angehörigen mit praktischem Wissen zu unterstützen. Denn nur wenn die Familie stark ist, kann auch der Patient ein selbstbestimmtes und teilhabendes Leben führen.

Beitragsbild: depositphotos.com © iofoto

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