VerhaltenstherapieVerhaltenstherapie




Verhaltenstherapie bei Kindern


"Die größte Grausamkeit,
die man den Kindern zufügt,
besteht wohl darin,
dass sie ihren Zorn und Schmerz
nicht artikulieren dürfen,
ohne Gefahr zu laufen,
die Liebe und Zuwendung
der Eltern zu verlieren."

Alice Miller (*1923)
Schweizer Psychoanalytikerin und Autorin





Wie entstehen Verhalten bzw. Verhaltensstörungen?Wie entstehen Verhalten bzw. Verhaltensstörungen?

Jedes Verhalten, erwünschtes wie auch unerwünschtes, ist gelernt. Dieser Lernprozess passiert nicht zufällig, sondern unterliegt ganz bestimmten Gesetzen.
Kinder lernen aus dem Verhalten ihrer Bezugspersonen (sie tun etwas und lernen daraus, wie die Eltern, Geschwister, ...genau im selben Moment darauf reagieren).
Belohnungen bauen Verhalten auf, Bestrafungen bauen Verhalten ab. Beides gilt für erwünschtes und nicht erwünschtes Verhalten. Wir können also unerwünschtes Verhalten, wie z. B. Aggressionen, Ängste, Verweigerungsverhalten oder auch Schulunlust und Lernblockierungen, ohne es zu wissen, durch Belohnung festigen.



VerhaltenssteuerungVerhaltenssteuerung

Wir können also über unser eigenes Verhalten den Kindern und Jugendlichen gegenüber deren Verhaltensmuster auf- bzw. abbauen. Am stärksten wird Verhalten durch Reaktionen, die sofort (bis höchstens 1 Sekunde) auf das Verhalten folgen, beeinflusst. Wir nennen dies „Sekundenfenster". Dieser Prozess (das Senden und Empfangen der Botschaften) läuft für beide Seiten größtenteils unbewusst ab. Es ist den Bezugspersonen meist nicht bewusst, auf welche Weise sie ihre Kinder steuern, was genau sie in diesem so ausschlaggebenden Sekundenfenster tun. Daher kann es sein, dass sich so manches Kind oder so mancher Jugendliche trotz größter Bemühungen und viel Zuwendung oft so schwer lenken lässt.



Wie können wir mit störendem Verhalten umgehen?Wie können wir mit störendem Verhalten umgehen?

Wir bieten in unserer Praxis eine Videoanalyse von Standardsituationen und ein anschließendes Elterntraining an.

Hierbei können Eltern

  • die Verhaltensmuster ihrer Kinder genauer unter die Lupe nehmen,
  • ihre eigenen Reaktionen im Sekundenfenster erkennen bzw. bewusst machen,
  • ihre Wahrnehmung diesbezüglich trainieren,
  • Möglichkeiten für Veränderungen finden und erproben und
  • die Umsetzung dieser Veränderungen üben.

Wenn man die unbewusst ablaufenden Interaktionsmuster durchschaut, sie sich bewusst macht, ist das der erste Schritt zu einer positiven Veränderung des Alltags.
Ziel des Elterntrainings ist es, die Kinder genauer wahrzunehmen, im täglichen Miteinander mit dem Kind bewusster und angemessen mit Anforderungen sowie mit Belohnung und Bestrafung umzugehen und damit selbst positiv auf die kindliche Entwicklung und auf eine entspannte Familiensituation einzuwirken.